Geballte Innovationskraft

„Unser Ziel ist es, den Wirtschaftsstandort Tirol mit konstruktiven Beiträgen attraktiv zu halten. Bestimmende Themen sind die Frage nach Fachkräften und die Bereiche Innovation und Digitalisierung“, erklärt Dr. Christoph Swarovski.

Diese Beiträge gestalten sich vielfältig und reichen von Vortragsreihen zu Zukunftstechnologien wie Blockchain, künstliche Intelligenz oder Chatbots über Newsletter über F&E-Aktivitäten von Industrieunternehmen bis hin zum Projekt „Industry meets Start-ups“. Mit dem Zentrum für Robotik, Produktion und Automatisierung wurde eine Service- und Anlaufstelle für Unternehmen geschaffen mit dem Ziel, eine Verbindung zwischen Forschung und Praxis herzustellen. Bei sogenannten „Open Labs“ laden IV Tirol und MCI ein, den Einsatz von Robotersystemen in Zusammenarbeit von Mensch und Maschine in diversen Produktionsprozessen abzuschätzen.

MITARBEITER VON HEUTE

Mit dem „Human Capital Forum“ beschäftigt sich die IV Tirol mit der Frage nach der Zukunft der Arbeit. Die Digitalisierung geht nämlich auch in den Bereichen Personalgewinnung, Personalentwicklung, Arbeitsbedingungen und Qualifikationsanforderungen mit maßgeblichen Veränderungen einher.

„Bedingt durch die digitale Entwicklung nehmen wir in erster Linie eine Veränderung bestehender Jobprofile wahr. Neue Tätigkeitsfelder und Aufgabenpakete erhöhen wiederum die Ansprüche an das Fachwissen und die Qualifikation unserer Mitarbeiter“, weiß Katrin Hausegger, Personalleiterin bei Planlicht. Auch Matthias Danzl von Fritz Egger Holzwerkstoffe bestätigt diesen Wandel: „Der Automatisierungsgrad in unseren 20 Produktionsstätten weltweit ist so hoch geworden, dass es gar nicht mehr so eine große Rolle spielt, ob ich in Polen, Russland, Frankreich oder Deutschland produziere. Es braucht vermehrt Mitarbeiter in den Positionen, wo Innovationen und Prozesse entwickelt und gesteuert werden, und weniger in der Produktion.“

DIGITALE KOMPETENZEN FÖRDERN

„Die Förderung digitaler Kompetenz in Form von Aus- und Weiterbildung, gezielte Einschulungsmaßnahmen, interne Informationsveranstaltungen und allem voran die Sensibilisierung von Führungskräften und Mitarbeitern erleichtern uns den Aufsprung auf die Digitalisierungswelle. Durch die Aufnahme der Digitalisierung als festen Bestandteil in unsere strategische Ausrichtung zeigen wir den Mehrwert der digitalen Entwicklung auf und unterstreichen damit den Beitrag zum Unternehmenserfolg“, so Hausegger. Auch im Bereich der Personalgewinnung und -entwicklung sind Unternehmen immer mehr gefordert. „Veränderungen bedingt etwa durch demografischen Wandel, Fachkräftemangel oder Zeitdruck machen das kontinuierliche Arbeiten an der eigenen Arbeitgebermarke unabdingbar. Wir setzen dabei auf ein breites Angebot an Aus- und Weiterbildung, attraktive Arbeitszeiten und Arbeitszeitmodelle, die Erweiterung und den Ausbau der Lehrlingsausbildung sowie die kontinuierliche Entwicklung von Führungskräften und bestehenden Personalentwicklungsinstrumenten“, erklärt die Planlicht-Personalleiterin und ergänzt: „Das Human Capital Forum der IV ist für mich ein gelungener Zusammenschluss erfolgreicher Betriebe, die sich den Herausforderungen der aktuellen Zeit gemeinsam stellen.“

INNOVATION VON INNEN HERAUS LEBEN

Dass Innovation in den meisten Betrieben nicht mehr nur von oben herab oder von der Forschungsabteilung vorangetrieben wird, zeigen auch immer mehr Modelle, bei denen die Mitarbeiter durchaus eingeladen oder sogar aufgefordert werden, innovative Ideen oder Verbesserungsvorschläge in ihren Tätigkeitsbereichen einzubringen. „Wir fordern unsere Mitarbeiter auf, dass jeder von ihnen pro Jahr zwei Ideen einbringt mit zweitausend Euro Jahreseinsparung. Wenn so eine Idee umgesetzt wird, bekommt er zehn Prozent der Jahreseinsparung bar auf die Hand ausbezahlt“, erklärt Max Kloger von der Tiroler Rohre GmbH. „So arbeiten wir an einem ständigen Verbesserungsprozess und beteiligen die Mitarbeiter am Erfolg ihrer Einsparungen.“


Erschienen: eco.nova spezial, Nr. 06 / Juni 2019
Bildrechte: eco.nova Corporate Publishing Senn & Partner KG
Text: Doris Hellweg
Quelle: https://issuu.com/eco.nova/docs/innovativ_2019